Programm
Programm
Moderation: Shelly Kupferberg
Ab 9:00 Uhr
Ankommen und Anmeldung
10:00 Uhr
Begrüßung
Dr. Georg Lunemann, Der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Münster
Ina Brandes MdL, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
10:15 Uhr
Auftakt
Impulsvorträge:
Kultur ist nicht neutral!
Perspektiven aus und für Westfalen-Lippe
Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin, Münster
Solidarität statt Kulturkampf
Natascha Strobl, Politikwissenschaftlerin und Autorin, Wien
Im Gespräch mit:
Natascha Strobl, Politikwissenschaftlerin und Autorin, Wien
Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin, Münster
Jan-Christoph Tonigs, Leiter der Kulturbetriebe Rheine
11:30 Uhr
Foren
01 – Rechtsextreme Strukturen in NRW
Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus NRW
Rechtsextremismus wird gemeinhin als größte Gefahr für die Demokratie in Deutschland ausgemacht: Laut der Jahresstatistik der Opfer- und Betroffenenberatungen wurden 2025 bundesweit durchschnittlich täglich zwölf Menschen Opfer rechter, rassistischer oder antisemitischer Gewalt. Auch unterhalb der Schwelle körperlicher Gewalt stellt Rechtsextremismus eine Herausforderung für Kulturschaffende und die demokratische Zivilgesellschaft dar: Oft werden demokratisch engagierte Menschen und Projekte von rechtsextremen Akteur:innen angefeindet, bedroht oder delegitimiert. Aber wie aktiv ist die rechtsextreme Szene in Nordrhein-Westfalen und wer sind ihre wichtigsten Akteur:innen? Welche Themenfelder greifen diese auf und wo erzielen rechtsextreme Bestrebungen Erfolge?
Im Vortrag der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus NRW wird ein Überblick über die Strukturen und aktuelle Entwicklungen der rechtsextremen Szene in Nordrhein-Westfalen gegeben und aufgezeigt, welche Themen- und Aktionsfelder in den vergangenen Monaten relevant waren. Im Anschluss besteht Raum für Fragen und Austausch.
02 – Kulturpolitik von Rechtsaußen: Traditionen, Strategien und konkrete Pläne
Sebastian Friedrich, Journalist und Autor, Hamburg
Für politische Strömungen von Rechtsaußen spielt der Kampf um Kultur eine zentrale Rolle. Kultur gilt ihnen als Terrain, von dem aus politische Einstellungen, Institutionen und schließlich auch der Staat verändert werden können. Dahinter steht ein autoritär-völkisch-nationalistisches Kulturverständnis, das in Deutschland auf eine lange Tradition zurückblickt und zugleich an veränderte gesellschaftliche Bedingungen angepasst wird. Das Forum zeichnet zentrale Traditionslinien rechter Kulturpolitik nach, analysiert das zugrunde liegende Kulturverständnis und fragt nach seiner politischen Funktion. Davon ausgehend werden aktuelle kulturpolitische Vorstellungen und konkrete Pläne der extremen Rechten eingeordnet.
03 – Code of Conduct: Eine interkommunale Verständigung über Haltung
Antje Welz, Kultursekretariat NRW Gütersloh
Jan-Christoph Tonigs, Stadt Rheine
Michelle Renée Gille, Kulturbotschaft (Berlin)
Ein Code of Conduct (CoC) beschreibt die gemeinsamen Werte und Verhaltensgrundsätze einer Organisation. Er ist inzwischen ein gängiges Instrument, sowohl in Kultur, Wissenschaft und Verwaltung als auch in Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Ziel ist es, verbindliche Standards für eine diskriminierungsfreie Zusammenarbeit und ein respektvolles Verhalten zu setzen. Zunehmend ist er eine geforderte Vorrausetzung für Kooperationen. Das Kultursekretariat NRW Gütersloh hat gemeinsam mit einer Arbeitsgemeinschaft aus Vertreter:innen seiner 86 Mitgliedsstädte einen Prozes begonnen mit dem Ziel, einen interkommunalen Code of Conduct zu formulieren. Ausgangspunkt war dabei nicht die Frage nach Werten, sondern
nach Haltung: Wer sind wir, woraus leiten wir unsere Legitimation ab und wo liegen unsere Grenzen? Auf dieser Grundlage wurden Handlungsleitlinien entwickelt, die im Konfliktfall Orientierung geben. In dem Forum gibt es zunächst einen fachlichen Impuls von der Kulturbotschaft Berlin. Es wird unter anderem erklärt, worin sich ein Code of Conduct von einem Mission Statement, wertebasierten Handlungsleitlinien und einem Team Commitment unterscheidet, welchen Unterschied es macht, ob ein solches Dokument aus Werten oder aus einer Haltung entwickelt wird, und welche spezifischen Herausforderungen sich im Bereich Kunst und Kultur zeigen, zum Beispiel in Bezug auf Kunstfreiheit. Anschließend berichten Beteiligte vom Prozess und stellen ihre Motivation und Ziele sowie ihre Methoden vor. Alle Teilnehmenden sind eingeladen, in einem gemeinsamen Austausch ihre Erfahrungen und ihr Wissen miteinander zu teilen.
04 – ‘Hope‘ is the thing with feathers – Wie wir in Krisenzeiten handlungsfähig und zuversichtlich bleiben können
Dr. Nady Mirian, Psychotherapeutin und Autorin, Berlin
Sarah Raich, Schriftstellerin, Hamburg
Joachim Bothe, LWL-Kulturabteilung, Münster
Kultureinrichtungen stehen unter Druck, Freiheit der Kultur wird infrage gestellt, einzelne Engagierte werden angefeindet. Viele Menschen machen sich Sorgen. Wie geht man damit um, wenn die Welt einen schier zur Verzweiflung treibt? Jede und jeder braucht eigene Wege, um mit den eigenen Belastungen klarzukommen. Jedes Gefühl von Angst, Wut, Frust und Überforderung hat seinen Grund und darf und muss ernst genommen werden. Widerstandskraft wächst nur durch Belastung – aber auf die eine oder andere Belastung könnte man dennoch ganz gut verzichten. Manchmal ist es vielleicht wirklich das Gesündeste, sich von allem zurückzuziehen. Aber wie schützen wir uns vor Lähmung und Resignation? Welche Wege können wir als Einzelne finden, um uns zu stabilisieren, zu stärken? Wie können wir zu einer Gemeinsamkeit finden, die Belastungen ernst nimmt, dunkle Stunden nicht übertüncht – und gleichzeitig Hoffnung gibt? Kunst und Kultur können unsere Ohren für das Lied der Hoffnung schärfen. Ein solidarisches Miteinander kann Belastungen auffangen. So wie Angst ansteckend ist, so ist es Zuversicht. Natürlich gibt es keine schnellen Life-Hacks und Patentlösungen. Es gibt aber gut belegte und erprobte Erkenntnisse zur Verarbeitung von schwierigen Situationen und zum Weitergehen. Wir öffnen den Raum des Forums mit Impulsen und begeben uns gemeinsam auf die Suche danach, was uns Zuversicht gibt, was uns stärken kann. Als Einzelne, als Gruppen. Nicht neutral, sondern hoffnungsvoll!
05 – Haltung zeigen: Rechtliche Spielräume und Grenzen für Künstler:innen und Kulturinstitutionen
Sonja Laaser, Kanzlei Laaser, Berlin
Nora Auerbach, Kanzlei Laaser, Berlin
Darf eine Kulturinstitution Haltung gegen rechts zeigen?
Darf ein gemeinnütziger Verein zu einer Demonstration gegen eine Parteo aufrufen? Welche rechtlichen Handlungsspielräume und Grenzen gibt es? Welche rechtlichen Handlungsspielräume und Grenzen gibt es? Kulturprojekte stehen derzeit unter Druck. Veranstaltungen werden vorsorglich abgesagt, kritische Kunstwerke zurückgezogen oder politische Positionierungen vermieden – oft nicht, weil sie eindeutig rechtswidrig wären, sondern aus Unsicherheit über mögliche rechtliche Konsequenzen. Zwischen Neutralitätsgebot, Gemeinnützigkeitsrecht, staatlicher Förderung und der Freiheit von Kunst und Meinung entstehen Fragen, die in der Praxis häufig zu einem vorauseilenden Rückzug führen. Das Forum gibt einen kompakten Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen politischer Positionierung im Kulturbereich. Im Fokus stehen das Gemeinnützigkeitsrecht, die Grundrechte und das oft zitierte „Neutralitätsgebot“. Anhand konkreter Praxisbeispiele und aktueller Debatten beleuchten wir, was für gemeinnützige Organisationen, öffentliche Kulturinstitutionen und Förderempfänger:innen gilt. Ziel ist es, Kulturakteure mit rechtlichem Wissen zu stärken, damit sie ihre demokratische Haltung selbstbewusst und möglichst risikoarm vertreten können.
06 – Sicherer Diskursraum in Museum, Gedenkstätte und Erinnerungsort: Best-Practice-Beispiele für Mitarbeitende im Umgang mit extrem rechten Positionen und Angriffen
Jennifer Farber, Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie (ZfE), Duisburg
Dr. Matthias Toplak, Wikinger Museum Haithabu, Busdorf
Susanne Kneer, LWL-Kulturabteilung, Münster
Museen, Gedenkstätten und Erinnerungsorte können durch den sowohl historischen wie auch gegenwärtigen politischen Missbrauch für rechtsextreme Narrative enorm belastet sein und sind mitunter in latenter Gefahr von diesen instrumentalisiert zu werden. Welche Rahmenbedingungen müssen und können hier geschaffen werden, um zu verhindern, dass Institution und Thematik für Propaganda missbraucht werden und gleichzeitig den offenen Diskurs weiterhin zu ermöglichen? Wie können die Orte sich aktiv für demokratische Werte und gegen Rassismus, Antisemitismus,
Queerfeindlichkeit positionieren? Was braucht es, um Museumsordnungen/ Hausordnungen rechtlich und praktisch zu etablieren und welche Hürden bestehen im Alltag von Museen, Gedenkstätten und Erinnerungsorten im Kontakt mit Gästen, die menschenfeindliche Positionen vertreten oder Besuchenden, die den Nationalsozialismus oder die deutschen Kolonialverbrechen relativieren und/oder verherrlichen?
12:30 Uhr
Mittagspause
Für das leibliche Wohl wird gesorgt.
13:30 Uhr
Workshops und Demokratielabor
01 – Angriffe auf die Kunstfreiheit – Wie rechte Narrative Sprache und Gesellschaft verändern
Aylin Kortel, Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main
Kulturinstitutionen stehen derzeit vor komplexen Herausforderungen. Sie sind zentrale Orte unserer Demokratie, in denen Geschichte, Gegenwart und politische Konflikte sowie gesellschaftliche Spannungen verhandelt werden.
Kulturinstitutionen sind nicht frei von Abwertungen, Ausschlüssen und Diskriminierungen, auch dort kursieren mitunter rechte und antisemitische Narrative oder (unbewusste) Auslassungen oder Abwertungen jüdischer und postmigrantischer Perspektiven.
Zudem bewegen sich die Institutionen im Spannungsfeld zwischen ihrem institutionellen und öffentlichen Auftrag einerseits und einem wachsenden Druck durch rechte Kulturpolitik auf der anderen Seite. Inhaltlich konzentrieren sich Strategien häufig auf Themenfelder wie Neutralität, Kunstfreiheit und Diversität. Dabei werden diese Begriffe oftmals umgedeutet oder instrumentalisiert, um kulturpolitische Ziele zu verfolgen. Um auf diese Entwicklungen adäquat reagieren zu können, ist eine strategische Auseinandersetzung notwendig.
Ziel des Miniworkshops/interaktiven Vortrags ist es, dass die Teilnehmer:innen rechte Narrative und Strategien besser erkennen und sich dazu positionieren können.
02 – Argumente gegen Stammtischparolen: Populismus aus der Mitte der Gesellschaft
Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer, Universität Duisburg-Essen
„Asylanten sind Sozialschmarotzer“, „Wer Arbeit will, der findet auch welche“, „Ausländer sind kriminell“, „Wegen der vielen Flüchtlinge kann sich keine Frau mehr auf die Straße trauen“ „Das sind doch alles nur Wirtschaftsflüchtlinge“ – Stammtischparolen wie diese kommen meistens plötzlich und unerwartet, sie kommen aus der Mitte der Gesellschaft, sie sind populär und populistisch. Äußerungen dieser Art nehmen zu. Wer mit ihnen konfrontiert wird, fühlt sich überrumpelt, will reagieren, aber es fällt einem nichts Passendes ein. Was kann man sagen, was tun? Was steckt hinter diesen Parolen? Welches Weltbild, welches Politikverständnis wird damit transportiert? Welche Argumente, Fakten und Informationen können den populistischen Parolen und Sprüchen entgegengesetzt werden? Doch werden sie im Zeitalter verbreiteter Fake News überhaupt akzeptiert? Inwieweit gefährden Stammtischparolen die demokratische Kultur unserer offenen Gesellschaft? Um diese Fragen geht es in dem Workshop.
03 –Rechtsextremismus im Netz erkennen und begegnen
Lennart Bode, Medienzentrum Kreis Steinfurt
Der Workshop behandelt Erscheinungsformen, Absichten und Auswirkungen extremistischer Ansprachen (mit Fokus auf Rechtsextremismus) in sozialen Medien und vermittelt zugleich Handlungssicherheit gegenüber antidemokratischen Mechanismen im Netz. Zu Beginn werden zentrale Begriffe voneinander abgegrenzt. Anschließend werden Strategien rechtsextremer Akteur:innen im Internet, Radikalisierungsprozesse sowie die Verbreitung von Desinformation beleuchtet. Ein weiterer Fokus liegt auf praxisnahen Handlungsmöglichkeiten: Die Teilnehmenden lernen Melde- und Anlaufstellen sowie Unterstützungsangebote kennen und setzen sich mit Ansätzen wie Counter Speech, dem Umgang mit emotionalisierenden Inhalten und der Stärkung der eigenen Resilienz auseinander. Inhaltlicher Rahmen des Workshops ist das Projekt „Demokratie on demand“ des LWL-Medienzentrums für Westfalen. Dieses unterstützt Lehr- und Fachkräfte dabei, die Informations- und Demokratiekompetenz Jugendlicher im Kontext sozialer Medien zu fördern.
04 –Museen gegen Rechtsextremismus: Handlungsfähig bleiben in unruhigen Zeiten
Milena Täschner, LWL-Museum Zeche Zollern, Dortmund
Jana Golombek, LWL-Museum Zeche Zollern, Dortmund
Was tun, wenn das eigene Museum zur Zielscheibe einer rechtsextremen Hetzkampagne wird? Wenn rechtsextreme Akteur:innen eine Ausstellung vereinnahmen, Mitarbeitende einschüchtern oder Besucher:innen mit verfassungsfeindlichen Symbolen auf der Kleidung das Museum besuchen? Und wie lässt sich verhindern, dass solche Situationen die eigene Arbeit dauerhaft bestimmen?
Der Workshop lädt dazu ein, solche Szenarien konkret durchzuspielen und gemeinsam nach Handlungsmöglichkeiten zu suchen. Grundlage ist das Kartenset „Museen gegen Rechtsextremismus“, das Museen dabei unterstützt, sich auf Angriffe und Einflussnahme vorzubereiten und auch in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben. Im Mittelpunkt des Workshops steht die Frage, was Museen sowohl mit eigenen Ressourcen, als auch mit weiterer Unterstützung tun können, um trotz rechtsextremer Angriffe oder Einflussnahme Handlungsräume offen zu halten. Anhand konkreter Fälle testen die Teilnehmenden das Kartenset, tauschen Erfahrungen aus und nehmen die eigenen Strukturen, Kompetenzen und Netzwerke in den Blick: Was ist bereits vorhanden? Wer kann im Ernstfall unterstützen? Wo fehlen Absprachen oder Wissen? Und was lässt sich schon heute vorbereiten? Der Workshop lädt dazu ein, Erfahrungen auszutauschen, Handlungssicherheit zu gewinnen und die eigenen Möglichkeiten als Museum in den Blick zu nehmen. Er gibt Impulse für die eigene Praxis und macht sichtbar, wo Handlungsspielräume liegen – und wie sie sich gezielt erweitern lassen.
05 – Neutral – aber nicht werteneutral! Verwaltung und der Schutz der Demokratie
Julia Kümper, Verwaltung für Demokratie e. V., Hannover
Birgit Neyer, LWL-Landesrätin für Digitalisierung, IT und Nachhaltigkeit, Münster
Was tun Sie, wenn eine dienstliche Anweisung mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz begründet wird, Sie aber den Eindruck haben, dass sie Menschen abwertet oder grundlegende Rechte verletzt? Was ist dann richtig? Wo endet parteipolitische Neutralität – und wann ist es geboten, Haltung zu zeigen?
In Zeiten, in denen die Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Frage gestellt werden, ist es entscheidend, dass alle Akteur:innen, insbesondere Mitarbeitende in Kultureinrichtungen und Verwaltungen, sich ihrer entscheidenden Rolle beim Schutz dieser Werte bewusst sind. Denn parteipolitische Neutralität und Mäßigungsgebot finden dort ihre Grenze, wo die Grundwerte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung angegriffen werden.
Der Workshop wird nach einer kurzen inhaltlichen Einführung zwei Werkzeuge für den Arbeitsalltag vorstellen und erlebbar machen. Zunächst wird das Erste-Hilfe-Kit vorgestellt und dann die Methode „Erkennen-Handeln-Stärken“. Anschließend werden in Kleingruppen beide Werkzeuge an Fallbeispielen angewandt.
06 – Vernetzt für Demokratie – Szenarien zu Antworten auf rechte Kulturprojekte
WIR Festival Halle
Miteinander e. V.
Wie aktiviert man die Zivilgesellschaft nachhaltig als Antwort auf Kulturprojekte, die nicht für demokratische Werte stehen? Rechte Akteure entdecken Kultur zunehmend als Bühne: Festivals, Vereine und Veranstaltungsreihen, die vordergründig harmlos wirken, transportieren völkisches Gedankengut und grenzen Vielfalt bewusst aus. Wie reagiert Zivilgesellschaft darauf: kurzfristig und nachhaltig, spontan und strukturell zugleich? In diesem Workshop diskutieren die Teilnehmenden gemeinsam Szenarien für den Umgang mit rechten Kulturprojekten vor Ort. Ausgehend von konkreten Fallbeispielen werden Handlungsoptionen erarbeitet: von öffentlicher Positionierung über Vernetzung lokaler Bündnisse bis zu eigenen kulturellen Gegenangeboten. Dabei fragen wir, welche Strukturen und Bündnispartner es braucht, damit Engagement nicht im Einzelfall verpufft, sondern dauerhaft trägt. Ausgerichtet wird der Workshop gemeinsam vom WIR Festival Halle und von Miteinander e. V. Beide Organisationen sind in Sachsen-Anhalt aktiv, einem Bundesland, in dem Kulturakteur:innen und Zivilgesellschaft bereits Erfahrung im Umgang mit antidemokratischen und rechten Projekten gesammelt haben. Ziel ist es, Szenarien aufzumachen, die eine Orientierung für Kulturinstitutionen und Kulturakteur:innen bieten, die Haltung zeigen und Zivilgesellschaft aktivieren wollen.
07 – Demokratielabor
Ausprobieren, diskutieren, vernetzen, stärken. Im Demokratielabor laden interaktive Stationen dazu ein, gesellschaftliche Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.
Freuen Sie sich auf kreative Formate, praktische Übungen, Beratungsangebote und spannende Denkanstöße. Themen sind: Demokratiestärkung, Vielfalt, Inklusion, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Erinnerungskultur, Umgang mit Rechtsextremismus, Hass und Desinformation im Netz, Resilienz, Empowerment, Beteiligung, Rechtsfragen im Kulturbereich, Haltung zeigen, ländliche Kulturarbeit und zivilgesellschaftliches Engagement.
Entdecken Sie neue Methoden und aktuelle Projekte in der Region, tauschen Sie Erfahrungen aus, knüpfen Sie Kontakte und sammeln Sie konkrete Werkzeuge für Ihre eigene Praxis. Ein Ort für Austausch, Inspiration und gemeinsames Handeln.
Konkrete Informationen finden Sie hier.
15 Uhr
Kaffeepause und weiterhin geöffnetes Demokratielabor
Abschluss
Kommentar
Peter Grabowski, der kulturpolitische Reporter, Wuppertal
Singen statt Hass und Hetze
Projektchor, Wuppertal
Verabschiedung
Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin, Münster
17 Uhr
Ende der Konferenz